X
X

Lagebericht

Der Lagebericht folgt den Bestimmungen des Schweizerischen Obligationenrechts (Art. 961c), angepasst an die Verhältnisse des Bankinstitutes.

 

ALLGEMEINE ENTWICKLUNG

Die DZ PRIVATBANK (Schweiz) AG weist für das Geschäftsjahr 2019 einen Jahresgewinn in Höhe von CHF 0,8 Mio. aus (Vorjahr CHF 0,7 Mio.). Das Ergebnis enthält Sondereffekte, welche im Abschnitt Gewinn- und Verlustrechnung erläutert werden. Das Geschäftsjahr war von Maßnahmen zur Verstärkung der Zusammenarbeit mit Partnerbanken aus dem genossenschaftlichen Verbund sowie der weiteren Anpassung der Struktur geprägt. Die Intensivierung der Zusammenarbeit mit Partnerbanken zeigte im letzten Quartal des Berichtjahres eine positive Entwicklung in der Akquisition von Neugeldern. Die verwalteten Vermögen reduzierten sich von CHF 5,2 Mrd. auf CHF 4,9 Mrd. In Folge der negativen Entwicklung der verwalteten Vermögen reduzierte sich die Bilanzsumme um CHF 93 Mio. auf CHF 854 Mio. (Vorjahr CHF 947 Mio.).

 

Aktiva

Die Forderungen gegenüber Kunden, welche primär Lombardkredite für Privat- und Firmenkunden betreffen, belaufen sich auf CHF 49,5 Mio. und liegen damit um CHF 14,4 Mio. unter dem Wert des Vorjahres.

 

Die Finanzanlagen in Höhe von CHF 447,2 Mio. beinhalten vorwiegend Anleihen, die den hohen Bonitätsanforderungen gemäß der definierten Risikopolitik entsprechen. Die Reduktion um CHF 26,5 Mio. ist auf Fälligkeiten von Anleihen im Geschäftsjahr zurückzuführen, die nicht im vollen Umfang wieder reinvestiert wurden.

 

Die Forderungen gegenüber Banken belaufen sich auf CHF 161,1 Mio. und liegen damit um CHF 5,8 Mio. über dem Wert von 2018. Die Flüssigen Mittel in Höhe von CHF 171,7 Mio. sind um CHF 50,8 Mio. tiefer als im Vorjahr. Im Geschäftsjahr wurden vorwiegend Finanzanlagen in Schweizer Franken getätigt mit entsprechender Abnahme des SNB-Girokontos.

 

 

Passiva

Die Verpflichtungen gegenüber Kunden in Höhe von CHF 602,4 Mio. liegen unter dem Wert des Vorjahres (CHF 654,8 Mio.). Der Rückgang ist maßgeblich eine Folge von tieferen Kundenvermögen, insbesondere der Abflüsse von Kundenvermögen mit hoher Liquiditätsquote.

 

Die Verpflichtungen gegenüber Banken belaufen sich auf CHF 18,1 Mio. (Vorjahr CHF 52,6 Mio.).

 

Die Abnahme der Rückstellungen um CHF 3,9 Mio. auf CHF 3,3 Mio. ist auf die Veränderung der Rückstellung für Restrukturierungsvorhaben zurückzuführen: Im Berichtsjahr wurden CHF 1,6 Mio. zweckkonform verwendet (davon CHF 0,6 Mio. Entlastung des Personalaufwandes und CHF 1,0 Mio. Entlastung des Aufwandes für Informations- und Kommunikationstechnik). Weitere CHF 2,3 Mio. der Rückstellung wurden im Berichtsjahr aufgelöst (davon CHF 2,1 Mio. gegen Personalaufwand und CHF 0,2 Mio. gegen die Veränderung von Rückstellungen, übrigen Wertberichtigungen und Verluste).

 

Es wurde eine Auflösung der Reserven für allgemeine Bankrisiken in Höhe von CHF 1,5 Mio. vorgenommen (Vorjahr CHF 3,2 Mio.).

 

Eventualverpflichtungen

Die Eventualverpflichtungen liegen mit CHF 32,1 Mio. über dem Wert des Vorjahres (CHF 27,2 Mio.) und beinhalten Gewährleistungsgarantien.

 

Gewinn- und Verlustrechnung

Der Ertrag aus dem ordentlichen Bankgeschäft reduzierte sich im Vorjahresvergleich um 13% auf CHF 27,6 Mio. Das anhaltend tiefe Zinsumfeld belastete den Erfolg aus dem Zinsgeschäft. Die Entwicklung der verwalteten Vermögen sowie der Druck auf die Margen wirkten sich negativ auf den Erfolg aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft aus.

 

Der Erfolg aus dem Zinsengeschäft beträgt CHF 2,2 Mio. (Vorjahr CHF 4,3 Mio.). Der Rückgang ist auf fällige Finanzanlagen zurückzuführen, die nicht vollumfänglich und zu tieferen Renditen ersetzt wurden.

 

Der Erfolg aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft in Höhe von CHF 22,1 Mio. ist gegenüber Vorjahr (CHF 24,4 Mio.) um 10% gesunken, maßgeblich bedingt durch den Rückgang der Kundenvermögen. Die verwalteten Vermögen mit Depotstelle Schweiz betragen CHF 3,5 Mrd. (CHF 3,6 Mrd. im Vorjahr). Darin enthalten ist ein Nettoabfluss von Kundenvermögen in Höhe von CHF 0,4 Mrd. und eine positive Markperformance von CHF 0,3 Mrd.

 

Der Erfolg aus dem Handelsgeschäft konnte gegenüber Vorjahr um 8% auf CHF 2,6 Mio. gesteigert werden. Beim Handelserfolg handelt es sich hauptsächlich um Erträge aus kundeninduzierten Transaktionen. Die Bank unterhält kein aktives Eigenhandelsbuch.

 

Der übrige ordentliche Erfolg beträgt, unverändert gegenüber Vorjahr, CHF 0,8 Mio. Darin enthalten sind die Beteiligungserträge der Tochtergesellschaft IPConcept (Schweiz) AG sowie Erträge aus der für die Gesellschaften der DZ PRIVATBANK Gruppe erbrachten Dienstleistungen.

 

Diverse Reorganisationsmaßnahmen reduzierten den Geschäftsaufwand um 14% auf CHF 27,9 Mio. Im Personalaufwand ist zudem eine erfolgswirksame Auflösung der Restrukturierungsrückstellungen enthalten (CHF 2,1 Mio. in 2019 und CHF 1,7 Mio. in 2018). Bereinigt um diesen Sondereffekt fällt der Personalaufwand in Folge des gesunkenen durchschnittlichen Personalbestandes um 16% tiefer aus als im Vorjahr. Im Sachaufwand wurden Aufwendungen zur Zentralisierung der IT-Plattform zur DZ PRIVATBANK S.A. in Höhe von CHF 1,0 Mio. den Restrukturierungsrückstellungen belastet.

 

In Folge der Zentralisierung der IT sanken die Investitionen in die Infrastruktur, was zu einer Abnahme der Abschreibungen auf Sachanlagen führte (CHF 0,4 Mio. in 2019 gegenüber CHF 0,5 Mio. im Vorjahr).

 

Die Position Veränderung der Rückstellungen und übrigen Wertberichtigungen beinhaltet die Erhöhung der Rückstellung für Geschäfte mit Privatkunden (CHF 0,3 Mio.), Verluste und Rückerstattungen (CHF 0,2 Mio.) sowie die Auflösung der übrigen Rückstellungen für Rechtsrisiken (CHF 0,3 Mio.) und für Restrukturierung (CHF 0,2 Mio.).

 

Nach Berücksichtigung der Auflösung der Reserven für allgemeine Bankrisiken von CHF 1,5 Mio. (Vorjahr CHF 3,2 Mio.) und Steuern ergibt sich ein Gewinn für das Jahr 2019 von CHF 0,8 Mio.

 

Personal

Die Bank zählt zum Jahresende 109 Mitarbeiter (Vorjahr 112). Der Anteil der Teilzeitmitarbeiter liegt bei rund 20 Prozent und der Anteil der weiblichen Angestellten bei rund 34 Prozent.

 

Risikomanagement

Der Verwaltungsrat hat eine Risikobeurteilung vorgenommen und die Risikopolitik der Bank anlässlich der Sitzung vom Juni 2019 beschlossen. Sie bildet die Basis für das Risikomanagement. Für die einzelnen messbaren Risiken werden klare Grenzen (Limite) gesetzt, deren Einhaltung laufend überwacht wird. Die Risikopolitik ist das zentrale Regelwerk bezüglich aller Bankrisiken und bildet somit den Rahmen für die internen Weisungen.

 

Die Bank verfolgt eine risikobewusste Geschäftsstrategie im Rahmen des Kerngeschäfts Private Banking, die unter Einbezug der DZ PRIVATBANK S.A. von den Gremien periodisch überprüft wird. Zudem verfügt die Bank über eingespielte und funktionierende Ablauf- und Kontrollprozesse. Dabei besteht insbesondere der Grundsatz, dass bei materiellen Risiken stufengerecht die verantwortlichen Führungskräfte sowie die Interne Revision unverzüglich informiert werden.

 

Die Bank unterscheidet und bewirtschaftet die Risikokategorien Kredit-, Markt-, Liquiditäts-, Beteiligungs-, Geschäfts- und Operationelle Risiken (inkl. Rechts- und Steuerrisiken). Die Risiken der Bank werden aktiv gesteuert und  überwacht.

 

Verwaltungsrat und Management werden mittels eines angemessenen Management-Informationssystems regelmäßig über die Risikosituation sowie die Vermögens-, Finanz-, Liquiditäts- und Ertragslage der Bank informiert. Die DZ PRIVATBANK (Schweiz) AG ist zudem als Teil der DZ PRIVATBANK eng in die „Risiko-, Kapital- und Liquiditätspolitik“ eingebunden. Das in diesem Zusammenhang zugeteilte Limit wird ständig überwacht und eingehalten.

 

Ausblick

Im Geschäftsjahr 2020 wird die DZ PRIVATBANK die im Jahr 2019 begonnene, erfolgreiche Neuausrichtung des Geschäftsfelds Private Banking konsequent fortführen. Im Kern geht es dabei um eine klarere Fokussierung, Differenzierung und Orchestrierung des Leistungsangebotes für vertriebsaktive Genossenschaftsbanken in der Genossenschaftlichen FinanzGruppe. Mit „VR-PrivateBanking“ steht den Genossenschaftsbanken für die Beratung ihrer Private Banking-Kunden ein deutlich verbessertes Dienstleistungs-, Lösungs- und Plattformangebot mit Fokus auf Finanzportfolioverwaltungen zur Verfügung. Im Rahmen des „DZ-PrivateBanking“ werden sie bei der Beratung vermögenderer Privatkunden, Stiftungen oder Unternehmer mit einem internationalen Angebot an Spezialisten-Knowhow für individuelle Bedarfslagen durch die DZ PRIVATBANK unterstützt.

 

Flankiert wird die Neuausrichtung durch zahlreiche Optimierungsmaßnahmen. Sie umfassen insbesondere ein modifiziertes Vergütungsmodell, welches wachstumsorientierte Leistungsanreize insbesondere für das Wachstumsfeld „Vermögensverwaltung“ bietet, die Weiterentwicklung des Themenvertriebs, die Neukonzeption des datenbasierten Management-Planungszyklus sowie die umfassende Überarbeitung der Unterstützungsangebote für Kundenberater der Genossenschaftsbanken.

 

Als Ergebnis der eingeleiteten Initiativen wird auf Basis der Planung der vertriebsaktiven Genossenschaftsbanken eine deutliche Intensivierung der gemeinsamen Marktbearbeitung und damit auch eine stetig steigende Verbesserung der betriebswirtschaftlichen Erfolge im Private Banking erwartet.