X
X

Lagebericht

Den Bestimmungen des Schweizerischen Obligationenrechts (Art. 961 c) folgend wurde der Lagebericht erstellt. Da die Aspekte „Bestellungs- und Auftragslage“ sowie „Forschungs- und Entwicklungstätigkeit“ für die Bank nicht anwendbar sind, werden diese Punkte nicht erläutert.

ALLGEMEINE ENTWICKLUNG

Die DZ PRIVATBANK (Schweiz) AG weist für das Geschäftsjahr 2018 einen Jahresgewinn in Höhe von CHF 0,7 Mio. aus. Die in den Vorjahren initiierte Reorganisation (Umbau des Geschäftsmodells der Bank, Fokussierung des Lösungsangebotes, Verringerung der Komplexität) trägt zu einer deutlichen Verringerung der Kosten bei. Weitere Maßnahmen zur Profitabilisierung des Kerngeschäftes sowie zur Anpassung der Struktur sind noch in der Umsetzung und konnten im Geschäftsjahr noch nicht die volle Wirkung entfalten. Die verwalteten Vermögen reduzierten sich aufgrund negativer Markt- und Nettoneugeldentwicklungen von CHF 6,3 Mrd. auf CHF 5,2 Mrd. Ebenso reduzierte sich die Bilanzsumme, welche mit CHF 947,0 Mio. um CHF 125,4 Mio. tiefer als im Vorjahr (CHF 1‘072,4 Mio.) ist.

Aktiva

Die Forderungen gegenüber Banken belaufen sich auf CHF 155,2 Mio. und liegen damit um CHF 91,4 Mio. unter dem Wert von 2017.

 

Die Forderungen gegenüber Kunden erhöhten sich leicht auf CHF 63,9 Mio. (Vorjahr CHF 56,6 Mio.). Dabei konzentriert sich die Bank im Rahmen der Kreditstrategie in erster Linie auf die mit dem Privatkundengeschäft verbundenen Kreditaktivitäten und hier vor allem auf das Lombardkreditgeschäft.

 

In Finanzanlagen sind per Jahresende CHF 473,7 Mio. (Vorjahr CHF 490,2 Mio.) investiert. Dabei handelt es sich um Anleihen, die den hohen Bonitätsanforderungen (Ratings) gemäß der definierten Risikopolitik entsprechen.

Passiva

Die Verpflichtungen gegenüber Banken belaufen sich auf CHF 52,6 Mio. (Vorjahr CHF 62,7 Mio.).

 

Die Rückstellungen sanken von CHF 9,6 Mio. auf CHF 7,2 Mio. In der Abnahme enthalten sind CHF 1,7 Mio. erfolgswirksame Auflösung der Rückstellung für Reorganisationsmaßnahmen.

Eventualverpflichtungen

Die Eventualverpflichtungen liegen mit CHF 27,2 Mio. leicht unter Vorjahr (CHF 29,6 Mio.).

Gewinn- und Verlustrechnung

Der Erfolg aus dem Zinsengeschäft beträgt CHF 4,3 Mio. (Vorjahr CHF 4,8 Mio.). Der Rückgang ist auf fällige Finanzanlagen zurückzuführen, die im niedrigen Zinsumfeld nicht mehr adäquat ersetzt werden konnten.

 

Der Erfolg aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft in Höhe von CHF 24,4 Mio. ist gegenüber dem Vorjahr (CHF 30,8 Mio.) um 20 Prozent gesunken. Dieser Rückgang ist einerseits auf tiefere Kundenvermögen gegenüber Vorjahr und andererseits auf Mifid II induzierte Änderungen des Gebührenmodells zurückzuführen. Die verwalteten Vermögen mit Depotstelle Schweiz sanken von CHF 4,3 Mrd. im 2017 auf CHF 3,6 Mrd. Der Rückgang ist je zur Hälfte auf die negative Marktperformance und auf den Abfluss von Kundenvermögen zurückzuführen.

 

Die geringeren Vermögenswerte führten ebenfalls zu einer Reduktion des Erfolges aus dem Handelsgeschäft. Die Erträge sind von CHF 3,8 Mio. auf CHF 2,4 Mio. gesunken. Beim Handelserfolg handelt es sich hauptsächlich um Erträge aus kundeninduzierten Transaktionen. Die Bank unterhält kein aktives Eigenhandelsbuch.

 

Der übrige ordentliche Erfolg ist von CHF 0,9 Mio. im Vorjahr auf CHF 0,8 Mio. gesunken. Darin sind die Erträge aus der für die Gesellschaften der DZ PRIVATBANK Gruppe erbrachten Dienstleistungen enthalten sowie die Erträge aus der Beteiligung IPConcept (Schweiz) AG.

 

Die Reduktion des Geschäftsvolumens geht mit einer Abnahme des Geschäftsaufwandes einher. Der Geschäftsaufwand (Personal- und Sachaufwand) ist durch diverse Restrukturierungsmaßnahmen von CHF 40,0 Mio. im Vorjahr auf CHF 32,4 Mio. gesunken. Der tiefere Personalbestand reduzierte die Personalaufwendungen um CHF 1,7 Mio. Die Auflösung der Rückstellung für Reorganisationsmaßnahmen mindert den Personalaufwand um weitere CHF 1,7 Mio. Der Sachaufwand reduzierte sich in Folge weiterer Maßnahmen (bereits eingeleitete Umstellung des Geschäftsmodells der Bank und der Konzentration der Arbeitsplätze an einen Standort) um CHF 4,2 Mio.

 

Die Abschreibungen in Höhe von CHF 0,5 Mio. sind gegenüber dem Vorjahr (CHF 0,6 Mio.) leicht gesunken.

 

Die Position Veränderung der Rückstellungen und übrigen Wertberichtigungen sowie Verluste sind CHF 0,7 Mio. höher als im Vorjahr. Für laufende und drohende Rechtsverfahren wurden nach dem Vorsichtsprinzip Rückstellungen gebildet.

 

Nach Berücksichtigung der Auflösung der Reserven für allgemeine Bankrisiken von CHF 3,2 Mio. und Steuern ergibt sich ein Gewinn für das Jahr 2018 von CHF 0,7 Mio.

Personal

Die Bank zählt zum Jahresende 112 Mitarbeitende (Vorjahr 131). Der Anteil der Teilzeitmitarbeitenden liegt bei rund 18 Prozent und der Anteil der weiblichen Angestellten bei rund 29 Prozent.

Risikomanagement

Der Verwaltungsrat hat eine Risikobeurteilung vorgenommen und die Risikopolitik der Bank anlässlich der Sitzung vom Juli 2018 beschlossen. Sie bildet die Basis für das Risikomanagement. Für die einzelnen messbaren Risiken werden klare Grenzen (Limite) gesetzt und deren Einhaltung wird laufend überwacht. Die Risikopolitik ist das zentrale Regelwerk bezüglich aller Bankrisiken und bildet somit den Rahmen für die internen Weisungen.

 

Die Bank verfolgt eine risikobewusste Geschäftsstrategie im Rahmen des Kerngeschäfts Private Banking, die unter Einbezug der DZ PRIVATBANK S.A. von den Gremien periodisch überprüft wird. Zudem verfügt die Bank über eingespielte und funktionierende Ablauf- und Kontrollprozesse. Dabei besteht besonders der Grundsatz, dass bei materiellen Risiken stufengerecht die verantwortlichen Führungskräfte sowie die Interne Revision unverzüglich informiert werden.

 

Die Bank unterscheidet und bewirtschaftet die Risikokategorien Kredit-, Markt-, Liquiditäts-, Beteiligungs-, operationelle Risiken (inkl. Rechts- und Steuerrisiken) sowie Geschäfts- und Reputationsrisiken. Die Risiken der Bank werden aktiv gesteuert und überwacht.

 

Verwaltungsrat und Management werden mittels eines angemessenen Management-Informationssystems regelmäßig über die Risikosituation sowie die Vermögens-, Finanz-, Liquiditäts- und Ertragslage der Bank informiert. Die DZ PRIVATBANK (Schweiz) AG ist zudem als Teil der DZ PRIVATBANK eng in die „Risiko-, Kapital- und Liquiditätspolitik“ des DZ BANK Konzerns eingebunden. Die in diesem Zusammenhang zugeteilten Limite (Verlustobergrenze) wird ständig überwacht und eingehalten.

Ausblick

Die DZ PRIVATBANK blickt angesichts der sich im Verlauf 2018 eintrübenden Konjunkturperspektiven lediglich verhalten optimistisch in das neue Geschäftsjahr, beeinträchtigen doch die von den USA ausgehenden  Handelsauseinandersetzungen, der anstehende Brexit sowie der Haushaltskonflikt zwischen Italien und der EU immer stärker die globale Wirtschaftsdynamik. Im zweiten Halbjahr 2018 haben sich wichtige Frühindikatoren auf breiter Front merklich abgeschwächt. Daneben lastet auch die Zinswende in den USA mittlerweile sichtlich auf der Investorenstimmung.

 

In Europa dürfte die anhaltend expansive Geldpolitik die Konjunkturdynamik weiterhin stützen. Allerdings ist wegen des global nachlassenden Wachstumsumfeldes von einer schwächeren Investitionsnachfrage auszugehen. Die inzwischen eingetrübte Stimmung in den Unternehmen wird auch die Konsumnachfrage bremsen. Die schwächere Konjunkturdynamik und die zuletzt kräftig rückläufigen Energiepreise werden sich inflationsmäßigend auswirken. Dies sollte die EZB noch geraume Zeit von einer Anhebung der Leitzinsen abhalten. Mit dem Auslaufen des Anleiheankaufprogrammes wird aber auch ihre Geldpolitik weniger expansiv.

 

In den USA und in Japan deuten die zuletzt veröffentlichten Wirtschaftsdaten ebenfalls auf eine Abflachung des Wirtschaftsaufschwungs hin. Die amerikanische Notenbank Fed wird wegen des nach wie vor hohen Expansionsniveaus der US-Wirtschaft die langsame Normalisierung ihrer Geldpolitik fortsetzen.

 

Vor dem Hintergrund der derzeit existierenden Konjunkturängste ist die Stimmung unter den Marktteilnehmern über die Aussichten an den internationalen Aktienmärkten gedrückt. Sollte sich das globale Risikoumfeld entspannen, besteht angesichts des aktuell niedrigen Bewertungsniveaus nennenswertes Kurspotential. Die Volatilität dürfte allerdings weiterhin hoch ausfallen. Aufgrund der eingeleiteten Normalisierung der Geldpolitik und der überwiegend noch sehr niedrigen Renditeniveaus ist an den internationalen Rentenmärkten auch weiterhin nicht von ansprechenden Erträgen auszugehen.

 

Dank des länderübergreifenden Antritts der DZ PRIVATBANK ist Private Banking als attraktives Wachstumsfeld ein integraler Bestandteil im Leistungsangebot der Genossenschaftsbanken. Das umfassende Dienstleistungs- und Produktangebot für den Private Banking-Kunden (gemäß BVR-Kundenpyramide Geldvermögen über TEUR 250) wird dabei konsequent an den Bedarfen des Kunden und den Anforderungen der Genossenschaftsbanken weiterentwickelt.

 

In der Marktbearbeitung mit den Volksbanken Raiffeisenbanken wurde zum Beispiel im Kernbankenverfahren agree21 eine leistungsfähige Private Banking Beratungs- und Abschlussstrecke geschaffen. Diese ermöglicht es den Beratern mittels eines Private Banking adäquaten Kundenbeziehungsmanagements, potentielle Private Banking-Kunden aus dem Kundenbestand der Bank zu identifizieren und dann beispielsweise in fünf Schritten einen Vermögensverwaltungsabschluss tätigen zu können. Der VR Bankberater wird dabei automatisch kundenorientiert und zugleich prüfungskonform durch den Beratungsprozess geführt. Auf Basis dieser deutlichen Verbesserung in der Identifizierung und zielgruppengerechten Beratung von Private Banking-Kunden gilt es jetzt, die erheblichen Wachstumspotentiale aus dem Kundenbestand der Genossenschaftsbanken aktiv zu nutzen. Hierzu wird die DZ PRIVATBANK die bundesweite Zusammenarbeit mit den in diesem Geschäftsfeld aktiven Volksbanken Raiffeisenbanken bedarfs- und potentialorientiert weiter intensivieren und ausbauen.

 

Der Dank der Generaldirektion gilt allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihr Engagement im Jahr 2018 sowie den Genossenschaftsbanken und Kunden für ihr Vertrauen.